Musik hören, um Stress zu bewältigen

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Musik ist seit langer Zeit quer durch Kulturen und gesellschaftliche Schichten ein wichtiger Bestandteil des Lebens und aus dem Alltag kaum wegzudenken. Dass sie dabei auch nachweislich positive Effekte auf Körper und Geist hat, wurde inzwischen mehrfach nachgewiesen. So ist beispielsweise messbar, dass bestimmte Musikstücke dazu beitragen, den Puls zu senken und die Atmung ruhiger werden zu lassen. Musik wirkt also entspannend und das unter Umständen sogar in einem ähnlichen Ausmaß wie Beruhigungsmittel. Außerdem löst Musik ohne große Umwege Emotionen aus. Traurige Stücke können eine bereits vorhandene traurige Stimmung verstärken, fröhliche Stücke können dagegen die Laune verbessern. Unter diesen Voraussetzungen verwundert es nicht weiter, dass Musik auch gezielt in Form von Musiktherapie zum Abbau von Stress eingesetzt wird.

Stress wiederum ist in unseren hektischen Zeiten ein immer größeres Problem. Er wirkt sich letzten Endes negativ auf die Gesundheit aus, kann beispielsweise zu Schlafstörungen oder einem höheren Blutdruck beitragen. Letzten Endes führt zu viel Stress langfristig im schlimmsten Fall zum Burnout.
Mit Musik ist es glücklicherweise jedem ganz einfach möglich, dem eigenen Stresspegel etwas entgegenzusetzen. Man braucht dazu nur die eigene Lieblingsmusik und ein Gerät zur Wiedergabe, also zum Beispiel das Handy oder den MP3-Player mit Kopfhörern. Bereits wenige Minuten des Musikhörens, zum Beispiel in der Mittagspause, wirken sich positiv auf den Stresspegel aus. Da man Handy oder MP3-Player in aller Regel sowieso bei sich hat oder leicht mitnehmen kann, lassen sich auch Wartezeiten oder die Zeitspanne in öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen, um ein wenig abzuschalten. Musik bildet also die ideale Erholungspause für zwischendurch.
Dabei gibt es keine Vorgaben, bestimmte Musik hören zu müssen. Es gibt zwar Studien, die mit bestimmten Liedern durchgeführt wurden und deren entspannende Wirkung nachweisen. Ein entspannendes Stück ist beispielsweise Mozarts Symphonie Nr. 40 in g-Moll (KV 550). Im Rahmen von Untersuchungen wurde festgestellt, dass das Anhören der Symphonie bei den Teilnehmern sowohl die Herzfrequenz als auch den Blutdruck zum Sinken brachte, aber auch den Pegel des Stresshormons Cortisol.
Daneben gibt es auch spezielle Entspannungs- oder Meditationsmusik. Hier darf man sich gerne durchprobieren, um herauszufinden, was einem persönlich am besten gefällt. Wird man aber bei der Klassik nicht fündig oder kann mit Entspannungsmusik nichts anfangen, ist auch jede andere Musik völlig in Ordnung. Wichtig ist, dass die persönliche Entspannungs-Playlist zu den eigenen Bedürfnissen passt. So ist unter anderem auch nachgewiesen, dass Heavy Metal bei Fans der Musikrichtung genauso eine positive Auswirkung auf den Stresspegel hat, wie andere Musik auf Menschen, die diese Richtung bevorzugen. Umgekehrt gibt es auch Personen, die bei typischer Entspannungsmusik aggressiv werden. Am besten greift man also auf eigene Lieblingslieder zurück, von denen man weiß, dass sie sich positiv auf die Laune auswirken. Dann kann man schon während kurzer Zeitfenster kleine Auszeiten nehmen und mit Hilfe von etwas musikalischer Entspannung den Stresspegel senken oder auch mit dem Gefühl zurückkehren, den Stress nun besser bewältigen zu können.

Durch die Wirkung auf den Stresspegel bringt Musik übrigens noch einen weiteren Vorteil mit sich: Ein geringerer Stresspegel sorgt für eine höhere Lebensqualität. Wenn der Körper weniger von Stress belastet ist, trägt das auch zur Linderung körperlicher Beschwerden bei. Musik ist also kein Heilmittel im medizinischen Sinne. Musikhören lässt zum Beispiel keine Erkältung verschwinden, doch der Einfluss auf ein besseres Lebensgefühl ist eindeutig vorhanden. Der Eindruck, den Musik auf das Bewusstsein macht, ist sogar so groß, dass auch bei dementen Menschen, die nur wenig Zugriff auf Sprache haben, die Erinnerung an Lieder jedoch noch lebendig ist.
Auch gemeinsames Musikmachen bringt seine Vorzüge mit sich: Man hat soziale Kontakte, der Stresspegel wird gesenkt und das Immunsystem gestärkt. Außerdem trainiert eigenständiges Musizieren das Gehirn und hält länger jung. Wer einen Ausgleich zum stressigen Alltag sucht, wird also möglicherweise bei einem Instrument fündig.

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